Vespa-Geschichte

Die Wurzeln des Unternehmens

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Seit Jahrzehnten ist eine Vespa mehr als nur ein Roller – sie ist ein Lebensstil, ein moderner Mythos, ein persönlicher Ausdruck. Die Vespa ist weltweit ein Teil der heutigen Gesellschaft und ein Ausdruck von Freiheit. Die Stärke von Vespa war immer das fortschrittliche Denken und Planen, wodurch auf gesellschaftliche Veränderungen reagiert werden konnte, wenn neue Mobilitätstrends entstanden sind. Eine Vespa ist nicht nur ein Fortbewegungsmittel - Sie ist ein Lebensgefühl.

Die Wurzeln des Unternehmens
Rinaldo Piaggio gründete im Alter von nur 20 Jahren die gleichnamige Firma 1884 in Genua.
Zunächst spezialisierte sich Rinaldo's Unternehmen auf die Ausstattung luxuriöser Schiffe. Doch schon zum Ende des Gründungsjahrhunderts produzierte Piaggio bereits Eisenbahnwagons, Lieferwagen, Luxusbusse und Motoren sowie Straßenbahnen und spezielle LKW-Aufbauten.

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Die Geburt einer Legende

Die Vespa (italienisch für Wespe) ist der Entschlossenheit eines Enrico Piaggio zu verdanken, der ein erschwingliches Produkt für den Massenmarkt herstellen wollte. Bereits gegen Ende des Krieges zog Enrico jede erdenkliche Möglichkeit in Betracht, um die Produktion in seinem Betrieb wieder aufzunehmen. So entstand ein Motorroller, der auf einem kleinen, ursprünglich für Fallschirmjäger konzipierten Motorrad basierte. Der Prototyp MP5, der wegen seiner eigenartigen Form “Paperino” (italienisch für Donald Duck) genannt wurde, stellte Enrico Piaggio indes nicht zufrieden. Deshalb bat er Corradino D’Ascanio, das Konzept zu überarbeiten.

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Rekorde, Rennen, Reisemarathon: Mit der Vespa um die Welt

Auch im Rennsport war die Vespa aktiv. Bereits in den fünfziger Jahren nahmen Maschinen in Europa an regulären Geschwindigkeits- und Offroad-Wettbewerben teil und waren dabei nicht selten erfolgreich. Darüber hinaus kam die Vespa auch in ungewöhnlichen Disziplinen zum Einsatz.
Für das Rennen Paris-London im Jahr 1952 baute der Franzose Georges Monneret eine Amphibien-Vespa und überquerte damit den Ärmelkanal. Ein Jahr zuvor hatte Piaggio selbst einen Vespa Prototypen mit 125 ccm Hubraum auf die Räder gestellt und mit durchschnittlich 171,102 km/h den Geschwindigkeits-Weltrekord über einen fliegenden Kilometer eingefahren.

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1956: Vespa überschreitet die Millionengrenze

Während sich für den Lambretta Roller einige Erfolge abzeichnen, wird die Vespa immer wieder kopiert und imitiert. Dabei ist es der Einzigartigkeit des Fahrzeugs zu verdanken, die Piaggio eine lang anhaltende Erfolgsgeschichte garantiert. Nachdem bis November 1953 insgesamt 500.000 Einheiten gebaut werden, überschreitet die Produktion im Juni 1956 die Millionengrenze. Bis 1960 werden 2 Millionen Fahrzeuge gefertigt, 1970 verlässt die viermillionste Vespa das Werk. Nach mehr als 10 Millionen gebauten Exemplaren bis 1988 zeichnet sich schließlich ein Phänomen ab, das in der Welt der motorisierten Zweiräder bis heute seinesgleichen sucht. Im 60. Jubiläumsjahr blickt Piaggio auf insgesamt mehr als 16 Millionen produzierter Vespa Roller zurück.
Von 1946 bis zum Tode Enrico Piaggios im Jahr 1965 verließen allein in Italien 3.350.000 Vespas die Produktionshallen: statistisch bedeutete dies eine Vespa pro 50 Einwohner.

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Die Bedenken weichen der Bewunderung

Fabrikanten und Marktexperten waren sich nicht einig: Auf der einen Seite standen jene, die die Vespa für das Ergebnis einer brillanten Idee hielten, auf der anderen Seite die Skeptiker, die ihre Zweifel jedoch bald ablegten. Denn in den letzten Monaten des Jahres 1947 wurde das Produktionsvolumen kräftig gesteigert. Im Folgejahr erschien dann die größere Vespa 125, die sich schon bald als würdige Nachfolgerin der Vespa 98 etablieren sollte.
Das „Wunder“ Vespa war also Realität geworden, und der Absatz wuchs beständig. Hatte Piaggio im Jahr 1946 noch 2.484 Roller auf den Markt gebracht, waren es im darauf folgenden Jahr bereits 10.535 Stück. 1948 erreichte die Produktion 19.822 Einheiten. Nachdem im Jahr 1950 der erste deutsche Lizenznehmer mit der Fertigung begonnen hatte, erreichte die Produktion mit 60.000 Fahrzeugen ihren vorläufigen Höhepunkt. Nur drei Jahre später verließen bereits 171.200 Roller die Werkshallen.

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Vom Flugzeug zum fahrbaren Untersatz: der Wandel im Jahr 1946

Der Krieg markierte einen radikalen Wendepunkt in der italienischen Wirtschaft und damit auch für Piaggio. In Pontedera wurde die hochmoderne viermotorige Piaggio P 108 gebaut, die als Passagier- und Bomberversion mit je 1.500 PS starken Triebwerken ausgerüstet war. Damit stellten die Piaggio Flugzeugwerke in der Toskana (Pontedera und Pisa) wichtige militärische Ziele dar und wurden am 31. August 1943 von alliierten Bombern angegriffen und dem Erdboden gleichgemacht. Schon zuvor hatten die abziehenden deutsche Truppen viele Gebäude mit Sprengladungen versehen und nahezu vollständig zerstört.

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