Vespa-Modelle
MP5 Paperino 1943
Als sich das Ende des zweiten Weltkriegs abzeichnete, plante Enrico Piaggio die Produktion eines preisgünstigen Produkts für einen möglichst großen Markt.
Seine Überlegungen führten zur Fertigung des ersten Motorrollers im Werk Biella zwischen 1943 und 1944.
Dieser Prototyp mit dem Kürzel MP5 (für Moto Piaggio 5) wurde von Ingenieur Renzo Spolti entworfen und von den Arbeitern "Paperino" getauft, die italienische Bezeichnung für „Donald Duck".
Doch Enrico Piaggio gefiel dieses Fahrzeug nicht. Deshalb übertrug er das Projekt auf Corradino D'Ascanio mit der Bitte, ein sowohl technisches wie auch stilistisch moderneres Fahrzeug auf die Räder zu stellen. Bis die erste Vespa geboren war, verließen rund 100 Paperinos das Werk. Heute werden die Modelle in Sammlerkreisen weltweit hoch gehandelt.
Vespa MP6 Prototipo `45
Gegen Ende des zweiten Weltkriegs gab Enrico Piaggio den Auftrag an Corradino D’Ascanio, ein simples, robustes, sparsames und elegantes Zweirad zu bauen. Darüber hinaus sollte es einfach zu fahren sein und zwei Personen Platz sowie ausreichenden Schutz vor Verschmutzung bieten.
D’Ascanio war kein großer Freund von Motorrädern, konzipierte aber ein durch und durch originelles Fahrzeug. Dabei nutzte er seine Erfahrung aus dem Flugzeugbau und entwarf ein selbsttragendes Chassis sowie eine Getriebeschaltung, die vom Lenker aus zu bedienen war. Motor und Hinterradführung setzte er als ein Bauteil an das Chassis, so dass ein einzigartiges Konzept entstand. Auch die vordere Radführung erinnerte mit der gezogenen Kurzarmschwinge an das Bugfahrwerk eines Flugzeugs und ermöglichte schnelle Radwechsel.
Vespa 98 `46
Als motoleggera utilitaria Vespa – zu Deutsch leicht motorisierte, vielseitige Wespe – wurde der Roller erstmals im April 1946 der Öffentlichkeit im Golf Club von Rom präsentiert. Auf dem Beinschild prangte das neue Piaggio-Logo, das die zuvor verwendete Luftfahrt-Plakette der Firma ersetzte. Die vierzehntägig erscheinenden Magazine „La Moto“ und „Motociclismo“ widmeten der Vespa ihre Titelseiten. Bei den Lesern erweckte der Roller sogleich Neugier und sorgte für Überraschung, rief aber auch die Skeptiker auf den Plan. Pünktlich zur offiziellen Präsentation hatten die ersten 50 Roller das Werk in Pontedera verlassen. In den ersten Monaten wurde die Vespa über das Lancia-Händlernetz vertrieben, und allein im ersten Jahr baute Piaggio exakt 2.484 Fahrzeuge dieses Typs. So startete die Vespa in eine Zukunft, die sie zum berühmtesten Roller der Welt machen sollte.
VESPA 98 II serie `47
Die zweite Serie der Vespa 98, von der ab 1947 16.500 Stück produziert wurden, unterschied sich vom Vorgängermodell durch wesentliche Verbesserungen in Sachen Design, Technik und praktische Handhabung. Das vordere Schutzblech hatte keine Klappe mehr und war kleiner, so dass man im Falle eines Plattfußes das Rad leichter wechseln konnte – auf den schlechten Straßen der Nachkriegszeit ein häufiger Vorgang. Damals berichteten Magazine, dass Kunden acht Monate auf ihre Vespa 98 warten mussten. Die starke Nachfrage führte dazu, dass auf dem Schwarzmarkt der doppelte Preis für das begehrte Fahrzeug verlangt wurde.
Vespa 98 cc Corsa `47
Die erste legendäre Renn-Vespa wurde gebaut, um Wettbewerbe auf verschiedenen Rundstrecken zu bestreiten. Mit der Corsa konnten ab 1947 somit auch Piaggio-Händler an Rennen teilnehmen. Tatsächlich wurde diese Vespa in zahlreichen Berg- und Rundstreckenrennen eingesetzt und fuhr viele Siege in der Rollerkategorie ein – so beim Neapel Grand Prix 1947 und beim römischen Bergzeitfahren in Rocca di Papa.
Die Vespa 98 Corsa basierte auf dem Standard-Modell, besaß jedoch ein aerodynamisch optimiertes, schlankeres Beinschild und einen schmaleren Lenker. Die Hupe wurde von der Lenkkopfverkleidung entfernt und der Sitz weit zurückverlegt, so dass sich der Fahrer strecken musste, um den Lenker zu erreichen. Der Bremshebel für die hintere Bremse wurde ebenfalls zurückverlegt, um der windschlüpfigen, fast liegenden Sitzhaltung des Fahrers Rechnung zu tragen.
Vespa 98 Corsa (circuito) `47
Die kreative Genialität der Piaggio-Ingenieure, die schon 1946 die erste Vespa auf Italiens Straßen gebracht hatten, wurde wenige Monate später noch einmal bestätigt. Denn in der Versuchsabteilung von Pontedera war ein echtes Juwel entstanden.
Man wollte der Welt zeigen, dass selbst ein kleiner Roller auf Rennstrecken extrem wettbewerbsfähig sein kann. Im Jahr 1947 wurde die Vespa Corsa (Circuit) also renntauglich ausgelegt und dabei so konzipiert, dass die Änderungen an einem serienmäßig produzierten Fahrzeug vorgenommen werden konnten. Lenkarm und Radaufhängung befanden sich nun auf der rechten Seite. So entstand eine Konstruktion, die 1948 auf die Vespa 125 übertragen wurde. Das Stahl-Chassis der ersten Rennversion wurde übrigens in Handarbeit gefertigt.





























































