Vom Flugzeug zum fahrbaren Untersatz: der Wandel im Jahr 1946
Der Krieg markierte einen radikalen Wendepunkt in der italienischen Wirtschaft und damit auch für Piaggio. In Pontedera wurde die hochmoderne viermotorige Piaggio P 108 gebaut, die als Passagier- und Bomberversion mit je 1.500 PS starken Triebwerken ausgerüstet war. Damit stellten die Piaggio Flugzeugwerke in der Toskana (Pontedera und Pisa) wichtige militärische Ziele dar und wurden am 31. August 1943 von alliierten Bombern angegriffen und dem Erdboden gleichgemacht. Schon zuvor hatten die abziehenden deutsche Truppen viele Gebäude mit Sprengladungen versehen und nahezu vollständig zerstört.
Um den Wiederaufbau der Anlagen zu beschleunigen, bat Enrico Piaggio die Alliierten um Unterstützung. Diese besetzten Teile des Geländes und die verbliebenen Gebäude und arrangierten die Rückführung der nach Deutschland und Biella in Norditalien verbrachten Fertigungsmaschinen. Dank der schnellen Hilfe konnten Armando und Enrico Piaggio früh mit dem Wiederaufbau beginnen. Auf Enrico kam die schwierigste Aufgabe zu, weil er die Verantwortung für die zerstörten Fertigungsstätten in Pontedera und Pisa übernommen hatte.
Die Einschätzung der wirtschaftlichen und sozialen Lage brachte Enrico Piaggio schließlich auf die Idee, kleine motorisierte Fahrzeuge für jedermann zu produzieren. Für die erfolgreiche Umsetzung seiner Vorhaben war die Zusammenarbeit mit dem Luftfahrtingenieur und Erfinder Corradino D’Ascanio (1891-1981) von entscheidender Bedeutung.
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben
- Artikel einen Freund senden




